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Kkaffee, Leben und Tod (1995)

Mit Pauken und Trompeten // Starting with a Bang

Am 21. Dezember 1991 feiert Prinz Weichherz nach einem Gedicht von Georg Paulmichl in der Regie von Gisela Höhne, Premiere im Deutschen Theater in Berlin. Ein Paukenschlag, denn erstmals sind Menschen mit Behinderung als Schauspieler auf einer professionellen Bühne zu erleben und zeigen ihre ganze Spiellust und ihr Können. Beide Vorstellungen im Deutschen Theater sind ausverkauft und die Inszenierung wird ein großer, in den Medien und der Kulturlandschaft viel beachteter Erfolg.

RambaZamba gastiert mit Prinz Weichherz auf Kampnagel und erhält eine Einladung zum Festival Theater der Jugend in Berlin, wo die Inszenierung mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wird. Die Berliner tageszeitung berichtete im Anschluss von den Begeisterungsstürmen, welche "diese herausragende Produktion" entfacht hatte und zählte die Aufführung, "die bar jeder Mitleidsduselei ist, zu den ganz elementaren Theatererlebnissen". Zwei Jahre später folgt der nächste Paukenschlag: Das Theater bezieht 1993 seine eigene Spielstätte in der Kulturbrauerei, die auch heute noch Sitz des Theaters ist.

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Mitten im Herzen von Berlin, sichtbar für alle, spielen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung Theater und arbeiten künstlerisch. Zum Auftakt gibt das Ensemble Ein Winternachtstraum (R: Gisela Höhne) nach Shakespeare. Auch diese Inszenierung wird begeistert aufgenommen.

Es ist ein Erlebnis für all die, die im Theater noch Sinngebung, Gesellschaft und geistige Nähe suchen. Und: es ist mitnichten ein Theater, dass allein am therapeutischen Erfolg gemessen wird – nein, das ist Kunst, ganz eigenwillige, zuweilen hochartifizielle Kunst mit einer tatsächlich neuen Ästhetik. (Volker Trauth, Dradio-Kultur 1994).

Unerwartet dauerhaft großen Erfolg bringt 1995 auch Kkaffee, Leben und Tod. Mit dem Stück gelingen Regisseurin Gisela Höhne,  Dramaturg Stefan Kolditz und dem Ensemble der Versuch, ohne literarische Vorlage, nur aus den Phantasien der Beteiligten, zu arbeiten und den eigenen Alltag zum künstlerischen Thema zu machen.

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