Kunstwerkstatt Sonnenuhr e.V. & Theater RambaZamba

MEDEA

Anke Wicklein als Glaucke in Medea; Regie: Gisela Höhne, Foto: Jörg Metzner

"DER TÖDLICHE WETTBEWERB"

In dem Bemühen, mit dem großen alten Medea-Stoff an einem etablierten Theater Karriere zu machen, erlebt eine wandernde Schauspielertruppe die antike Geschichte plötzlich als ihre eigene. Von einem Moment auf den anderen vollzieht sie an sich selbst, was sie bisher nur als Reaktion der Außenwelt und aus der Position der Opfer erfahren hat: Diskriminierung und Ausgrenzung, Verrat und tödliche Konkurrenz. Doch die Spieltruppe, deren Mitglieder sich täglich als Ausgegrenzte erfahren, muss erleben, dass die Mächtigen wiederum nur mit ihnen gespielt haben: das Feld vor Korinth - Wagenburgler und Ausländer müssen es räumen. Und doch gehören sie letzten Endes nicht zu den Verlierern und Gebrochenen: sie haben den Jason in sich erfahren und Verluste erlebt, die Teil des Lebens sind: Verlust von Liebe und Solidarität, Verlust von Ursprüngen und Identitäten. Die Spieler von RambaZamba präsentieren diese Geschichte, die ihre eigenen Existenzgründe befragt und einbezieht, mit schmerzlicher Tiefe. Doch sie tun dies mit dem ihnen eigenen Humor, wunderbar leicht und absurd, ein Humor auch, der uns Versöhnung bietet, wo die Gesellschaft nichts weiß als: Säuberung der Innenstadt.

   
         

 

Kritiken

"Selten sieht man Schauspieler sich so total verausgaben, selten erlebt man so irritierend unvermittelte Poesie... Das Endprodukt ist kein karikativer Schnörkel, sondern eine gleichberechtigte Theaterform, wie sie die "Gesunden" wohl überhaupt nicht realisieren können. (Süddeutsche Zeitung, Veronika Echl, 12. Oktober 1998),

"Exaltierte Empfindungen haben in den Darstellungskünsten von Höhnes Ensemble nichts verloren. Die Akteure nähern sich dem Grundkonflikt von Medea in einer irritierenden und lebensnahe Direktheit."
(Frankfurter Rundschau, KD., z. Januar 1998),

"Die RambaZamba-Mimen setzen aufs Ganze. Hier werden ihre ur eigensten Probleme verhandelt: Ausgrenzung und Diskriminierung. Die beeindruckende Inszenierung von Gisela Höhne mach sprachlos ob ihrer Gegenwärtigkeit (Die Welt, jm, 79.72.1997),

"...künstlerisch auf der Spur von Pirandellos "Sechs Personen..." und Ariane Mnouchkinc?"
(Die Presse, Wien, hp, 7.2.1999)

"RambaZamba... bescherte dem Publikum einige Zaubermoment reinster Theaterkunst Und die triumphiert bekanntlich jenseits logischer Demarkationslinien.
(Der Standard, Wien, Cornelia Niedermeier, 22.1999),

"Mit Experimentier- und Produzier Freudigkeit wird hier ans Werk gegangen, und dem Gastspiel im Akademietheater (eine Spielstätte des Burgtheaters) war anzumerken, das. man nicht nur witzige Anspielungen auf Wien eingebaut hatte, sondern dass auch nach Lust und Laune ? auf Zuschauerreaktionen hin improvisiert und extemporiert wur de: höchst lebendiges Theater, und trotz aller Disziplin und Sorgfalt mit einem ästhetisch und menschlich reizvollen Unberechenbarkeitsfaktor versehen. (Wiener Zeitung, Manfred A. Schmidt, 1.2.1999)

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