Kunstwerkstatt Sonnenuhr e.V.

1990

gründeten die Theaterleute Gisela Höhne und Klaus Erforth für ihren Sohn Moritz, der mit dem Down Syndrom lebt, die Sonnenuhr. Gemeinsam mit anderen Eltern und Angehörigen von Menschen mit so genannter geistiger Behinderung initiieren sie auf dem Gelände der Kulturbrauerei diese ganz besondere Kunstwerkstatt: "In einer Welt, in der die alltägliche Geschwindigkeit bestimmt wird durch Computer, Wahrnehmung sich vor allem über elektronische Medien realisiert, setzt die Arbeit von SONNENUHR auf archaische Äußerungen von Individuen. Dass sie anders sind, ist ihre Qualität im Zeitalter der Nivellierungen". (Heiner Müller) Inzwischen treffen sich hier 150 Teilnehmer/innen an diesem Ort des Zusammenspiels der Künste und Kunstschaffenden und erleben einmal in der Woche die Freiheit der Normalität. Im Alltag als behindert stigmatisiert sind sie hier kreative Künstler/innen und Schauspieler/innen. Ihre Werke werden wertgeschätzt von vielen berühmten Kollegen/innen: Angela Winkler, Eva Mattes, Meret Becker, Achim Freyer, Nino Mal-fatti, Otto Sander und viele andere.
Moritz Höhne, Acryl+Tusche auf farbigem Karton 50x70cm 2003

Es geht nicht um Therapie

Wer zur Sonnenuhr kommt, will sich als Künstler/in ausdrücken. Da gibt es keine "behinderte Kunst". Im Alltag mit Vielem kämpfend wachsen sie in der langjährigen Arbeit durch das Vertrauen, das ihnen und ihren Fähigkeiten entgegen gebracht wird, zu ausgeprägten künstlerischen Persönlichkeiten. Sie widersetzen sich in ihren thematischen Darstellungen vom Narren und dem Närrischen dem Klischee eines hilflosen und unmündigen "Behinderten". Verwandt dem "Arlequin" nutzen sie dies spielerisch, lustvoll und mit Witz. Sie verlieren nicht die Ernsthaftigkeit und behaupten ein Maß an Geheimnisvollem im Menschen. Durch ihre Bilder und Skulpturen machen sie uns neugierig und sensibilisieren für eine Welt, die zu ent-schlüsseln dem Besucher abenteuerlich erscheinen mag, aber zu einem Zusammenleben mit Respekt gegenüber dem Anderssein führen kann. (Und: in dem Wort Respekt steckt aus dem Lateinischen: Zurückblicken, Scheu, Ehrfurcht, zurückschauen Rücksicht nehmen, Hineinblicken, Sichum-sehen - Ansehen.) -

Sonnenuhr - Atelier für Bildende Kunst und angewandte Kunst

Das Sonnenuhr - Atelier, eine Stätte der Arbeit und Kommunikation, ist eine ständige Quelle der Inspiration moderner Kunst. Durch einen natürlichen Sinn der Teilnehmenden für Ästhetik entstehen Kunstwerke von überwältigender Einfach-heit. In unverwechselbar eigenen Sprachen eröffnen sich neue Weltsichten. Begabungen werden entdeckt, weiterentwickelt und von den professionellen Künstler/innen assistierend begleitet bei Malerei, Grafik, Plastik und Keramik, Textil, Fotografie. Regelmäßig finden Ausstellungen statt.
Die Werke sind käuflich zu erwerben, der Erlös fließt in die weitere Arbeit. Aus den Ateliers für bildende und angewandte Kunst kommen Zuarbeiten für das Theater wie Plakate, Pro-grammheft, Theaterprospekte und Dekorationen, Requisiten, Fahnen, Objekte, Raumgestaltungen.

Übersicht über die Arbeitsgruppen

InformationenTeilnehmer/innen bezahlen monatlich 20 Euro, für die Teilnahme an jeder weiteren Gruppe 10 Euro. Anmeldung bitte nur schriftlich.
Entsprechende Formulare sind bei Sonnenuhr erhältlich. Im Bedarfsfall wird nach Möglichkeit für die Wegbegleitung ein Bringedienst organisiert. Jede/r kann Mitglied des Vereins werden und die Arbeit mit einem monatlichen Beitrag von 5 Euro, erm. 1 Euro unterstützen. Der Verein ist zur Weiterführung seiner Arbeit dringend auf Spenden angewiesen. (Spendenkonto: 1116227, Deutsche Bank AG, 10070024)

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