Wir Über Uns

Ensemble Höhne
Foto: S.Bergemann
Ensemble Kalibani
Foto: J.Metzner
Zirkus
Foto: J.Metzner
L->R A.Neumann,P.Schulz, M. Ulfik Scenenfoto Mongopolis Foto:S.Bergemann L->R A.Neumann,H.?., M. Höhne Scenenfoto Orpheus Foto:S.Bergemann

„In einer Welt, in der die alltägliche Geschwindigkeit bestimmt wird durch Computer, Wahrnehmung sich vor allem über elektronische Medien realisiert, setzt die Arbeit von SONNENUHR auf archaische Äußerungen von Individuen. Dass sie anders sind, ist ihre Qualität im Zeitalter der Nivellierungen“. Heiner Müller / Deutscher Dramatiker

Die Sonnenuhrkünstler widersetzen sich in ihren thematischen Darstellungen vom Narren und dem Närrischen dem Klischee von hilflosen und unmündigen „Behinderten“. Sie verlieren dabei nicht die Ernsthaftigkeit und behaupten ein eigenes Maß an Geheimnisvollem im Menschen. Verwandt dem „Arlequin“ nutzen sie dies spielerisch, lustvoll und mit Witz.

Ihre Kunst wird bewundert von berühmten Kolleginnen und Kollegen. Mit ihnen auf der Bühne standen unter anderem Meret Becker, Max Raabe und Angela Winkler. Maler und Bildhauer wie Elvira Bach, Wolfram Ebersbach, Achim Freyer, Nino Malfatti und Max Neumann sehen sie als Kollegen.

Es geht nicht um Therapie. Wer zur Sonnenuhr kommt, will sich als Künstler ausdrücken. Im Alltag mit Vielem kämpfend, wachsen sie durch das Vertrauen, das ihnen und ihren Fähigkeiten entgegen gebracht wird, zu ausgeprägten  Persönlichkeiten. Durch ihr Theater, ihre Bilder und Skulpturen, machen sie uns neugierig und sensibilisieren für eine Welt, die zu entschlüsseln dem Besucher abenteuerlich erscheinen mag, aber zu Respekt gegenüber dem Anderssein führt. In jedem Fall entsteht ein ungewöhnliches Kunsterlebnis.

1990 erfanden die Theaterleute Gisela Höhne und Klaus Erforth für ihren mit  dem Down Syndrom geborenen Sohn Moritz die Sonnenuhr. Gemeinsam mit anderen Eltern von Menschen mit so genannter geistiger Behinderung gründeten sie in der Kulturbrauerei diese ganz besondere Kunstwerkstatt.
Seit 2008 gibt es in der Werkstatt für behinderte Menschen VIA Werkstätten gGmbH Arbeitsplätze für einige Künstler von Sonnenuhr – ein erster Schritt zur Anerkennung als professionelle Künstler.
Die Ateliers  – Stätten der Arbeit und Kommunikation – sind ständige Quelle von Inspiration. Kunstwerke von überwältigender Einfachheit entstehen, lassen natürlichen Sinn für Ästhetik erkennen, Begabungen werden entdeckt, weiterentwickelt und von professionellen Künstlerinnen und Künstlern assistierend begleitet. Aus Gesichtern entstehen Landschaften, aus Kacheln Biografien, Schriftzeichen werden zu Fluchtwegen und Puppen offenbaren ihre dunklen Geschichten.  Die Werke stehen zum Verkauf, der Erlös fließt in die weitere Arbeit. In den Ateliers werden Dekorationen, Requisiten, Plakate und Programmhefte für die Theater hergestellt.

„RambaZamba ist das einzige Theater, das ohne Sinnkrise auskommt. Tragisches verwandelt sich in eine frohe Botschaft.“ Frank Castorf, Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
RambaZamba heißt das Theater der Sonnenuhr. Mehr als sechzig Schauspielerinnen und Schauspieler mit und ohne so genannte geistige oder andere Behinderungen spielen in zwei Ensembles und einer Jugendzirkusgruppe Theater. Das Tempo geben die Schauspieler an, unterstützt von den erfahrenen Theaterleuten Gisela Höhne und Klaus Erforth und dem Artisten Michael Pigl.
Die Themen ihrer Stücke sind universell und beziehen sich in ihrer theatralen Deutung sowohl auf ureigenste Ängste und Sehnsüchte der Schauspieler als auch auf Stoffe der Weltliteratur wie Medea, Woyzzeck, Orpheus, Alice, Texte von Kafka und Szenen von Kantor.
Und sie haben Erfolg mit ihren mehr als zwanzig Inszenierungen. Die im Alltag Ausgegrenzten erleben im Theater Respekt und Anerkennung. Man nennt es das „verrückte“ Theater und meint damit die besondere Ästhetik ihres Ausdrucks.
Kunst- und Theaterfachleute, das Publikum und die Medien anerkennen RambaZamba als Deutschlands wichtigstes integratives Theater (Mainzer Allgemeine), bei dem Behinderung als Stärke zu erleben ist (Frankfurter Rundschau).

 

Franziska Kleiner to.T. Acryl auf Papier 50x70cm
Bert Rademacher T. Verwandlung, Acryl+Bleistift auf grund. Papier Moritz Höhne o.T., Tusche Ölkreide Acryl auf Transparentpapier

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