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König UBU featuring Craque (R: J. Höhne)

Blick zurück nach vorn // Looking back toward the future

2015/16 beginnt eine Phase der Umstrukturierung im Theater RambaZamba. Der Ausbildungsbereich wird verstärkt und die Trennung der beiden Ensembles aufgehoben. Nun gibt es ein großes RambaZamba Ensemble, das aus 35 Schauspielern/innen besteht und mit unterschiedlichen Regisseuren arbeitet. Seit Anfang 2017 besteht die Leitung aus Gisela Höhne (Geschäftsführung) und Jacob Höhne (Künstlerische Leitung).

Aktuell spielt das Theater RambaZamba zwischen 80-100 Vorstellungen pro Jahr in der eigenen Spielstätte und auf Gastspielen im In- und Ausland. Jährlich entstehen zwei bis drei neue Inszenierungen, darunter eigens verfasste Stücke wie Am liebsten zu dritt (2013, R: Gisela Höhne), das Commedia dell'arte Stück Ein Hochhaus, ein Flughafen, ein fauler Sack (2014, R: Gisela Höhne) oder ungewöhnliche Interpretationen klassischer Theatertexte, wie Endspiel (2015) von Jacob Höhne.

Externe Regisseure und Choreografen sind gern gesehene Gäste. Der finnische Choreograf Tomi Paasonen erarbeitet mit Traumfäden (2011) und Jahreszeiten (2012, in Co-Regie mit Gisela Höhne) zwei Tanztheaterstücke. Für das NoLimits Festival 2011 kooperiert das Theater mit der Puppentheatergruppe Das Helmi. Frank Krug engagiert Juliana Götze, Rita Seredßus und Nele Winkler für die Produktionen Lilith‘s return (2011) und Drei Schwestern (2014), in der auch die Schauspielerin Angela Winkler mitspielt.

Seit 2014 arbeitet das Theater verstärkt inklusiv: Jacob Höhne legt mit Philoktet eine Produktion vor, in der Schauspieler wie Siemen Rühaak und Sebastian Brandes gemeinsam mit den RambaZamba Schauspielern auf der Bühne stehen. Aus dem antiken Stoff formen sie einen bewegenden Psychokrimi und werfen einen ironischen Blick auf die vergangene Ära der Superhelden. Das Stück feiert 2014 im renommierten Berliner Ensemble Premiere, ein Theater, das seine Türen bereits mehrfach für die RambaZamba Inszenierungen geöffnet hat.

Im selben Jahr erhält Gisela Höhne den bedeutenden Caroline-Neuber Preis der Stadt Leipzig, der die einzigartige künstlerische und gesellschaftliche Dimension ihrer Arbeit würdigt. Auch international ist Höhne als Expertin im Bereich inklusiver Theaterarbeit gefragt. Im Februar 2016 bringt sie mit Schauspielstars wie Eva Mattes und Meriam Abbas die Inszenierung Der gute Mensch von Downtown erfolgreich zur Premiere.

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Die RambaZamba Schauspieler/innen sind auch in Film und Fernsehen präsent. Juliana Götze erhält für ihre Hauptrolle an der Seite von Edgar Selge im Polizeiruf 110 "Rosis Baby" (R: Andreas Kleinert) im Jahr 2008 den Medienpreis Bobby. 2012 spielt sie mit ihrem Kollegen Sebastian Urbanski in dem Film So wie Du bist die weibliche Hauptrolle (R: Wolfgang Murnberger). Sebastian Urbanski ist u.a. als Synchronstimme aus dem Film Me too bekannt, in dem er die Rolle des Hauptdarstellers Pablo Pineda spricht. 2015 verfasst er als erster Mensch mit Down-Syndrom seine Autobiografie mit dem Titel Am liebsten bin ich Hamlet. Mit dem Down-Syndrom mitten im Leben (erschienen bei S. Fischer Verlag GmbH)

Nele Winkler, die seit 1996 Schauspielerin am Theater RambaZamba ist, erhielt 2012 den Förderpreis der Lessing-Akademie durch Claus Peymann und wurde ein Jahr später durch das Berliner Stadtmagazin Zitty auf Platz 3 der aufregendsten Schauspielerinnen Berlins gewählt.

In dem Film Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern (R: Stina Werenfels), der auf der Berlinale 2015 zu sehen ist, sind zahlreiche RambaZamba Schauspieler zu erleben. Der Dokumentarfilm Die Menschenliebe (R: Maximilian Haslberger), der 2014 als Berlinalebeitrag läuft, zeigt das Lieben, Begehren und die Sexualität von Menschen mit verschiedenen Behinderungen in seiner ganzen Komplexität. Joachim Neumann und Sven Normann (†2016) spielen die Hauptrollen. 2016 spielen Hieu Pham und Jonas Sippel in dem Film 24 Wochen (R: Anne Zohra Berrached), der als einziger deutscher Film im Wettbewerb der Berlinale läuft.
 

Eines bleibt in den 25 Jahren erfolgreicher Theaterarbeit gleich: Im Mittelpunkt stehen die Schauspieler/innen, Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen, die ebenso professionell wie hingebungsvoll Theater spielen und von denen einer einmal sagte: "Ich bin kein Angeber, aber ich weiß, dass ich saugut bin!"

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