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Medea (R: Gisela Höhne, 1997)

Aufbruchphasen // Launching phases

In den Jahren nach der Gründung gehen der Sonnenuhr e.V. (seit 2012 RambaZamba e.V.) und das Theater RambaZamba selbstbewusst nach außen und machen mit einem vielfältigen künstlerischen Programm auf sich aufmerksam. Es entstehen Inszenierungen von Klaus Erforth, wie Woyzeck(en) (1997), Macunaima (2000) und von Gisela Höhne Medea (1997), die Weiberrevue (1999) und Orpheus ohne Echo (2001), die zu Festivals und Gastspielen im In- und Ausland eingeladen werden. Die herausragende Inszenierung Medea erweitert den antiken Mythos durch die Rahmenhandlung einer Theatertruppe mit drei Medea-Jason-Paaren und in der Oper Orpheus ohne Echo prallen altes und neues Geschlechterverständnis durch sieben Paare auf einzigartige Weise aufeinander. Beide Inszenierungen bringen ganz neue, in die Tiefe reichende Begabungen der Schauspieler/innen zum Vorschein.

Spektakuläre Ausstellungen, z.B. mit dem Künstler Achim Freyer und Auktionen z.B. mit Peter Raue machen die vielfältigen Begabungen der Schauspieler/innen einem größeren Publikum bekannt. Vorstellungen und Liederabende mit Schauspielern wie Meret Becker, Otto Sander, Eva Mattes und Angela Winkler, Bernd Stempel begeistern die Presse. Unter Zuschauern und Künstlerkollegen bildet sich eine regelrechte RambaZamba Fangemeinde.

Noch immer ist RambaZamba ein ABM Projekt mit Ausnahme einer einzigen Stelle der Jugendverwaltung. Feste Stellen für die Mitarbeiter/innen gibt es nicht. 17 Jahre lang arbeiten die Schauspieler/innen im Freizeitbereich. Das bedeutet für die meisten: Aufstehen um 5 Uhr, Werkstattarbeit bis 15 Uhr und danach Probenarbeit und Vorstellung. Viele Unterstützer sind ehrenamtlich tätig, doch alle eint die Lust am Spiel und eine künstlerischen Vision, die Früchte trägt.

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Im Jahr 2000 beschließen die Abgeordneten von Berlin in Anerkennung der hohen künstlerischen Qualität eine institutionelle Förderung für das Theater RambaZamba. Der jahrelange Kampf hat sich gelohnt. Ein Grundstein für mehrere Stellen ist gelegt. 2008 geht das Theater einen weiteren Schritt in Richtung Schauspiel-Professionalisierung. Durch die Kooperation mit der VIA-Werkstätten gGmbH entstehen zunächst 30, später 35 Künstlerarbeitsplätze für Schauspieler/innen. Dies ermöglicht regelmäßige Proben an fünf Tagen in der Woche und somit intensivere Schauspielarbeit. Das Theater RambaZamba erhält zusätzliche Probenräume in Weißensee.

2009 werden Gisela Höhne und Klaus Erforth aufgrund ihrer „Verdienste um die Teilhabe behinderter Menschen am künstlerischen und gesellschaftlichen Leben“ mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. 2010 scheidet Mitbegründer Klaus Erforth aus der Leitung aus. Kay Langstengel, selbst Autor und lange Zeit Musiker im Theater RambaZamba, übernimmt dessen Ensemble und präsentiert 2010 mit Über die Heiterkeit an trüben Tagen seine erste eigene Regiearbeit. Vier weitere Stücke folgen: Mit 200 Sachen ins Meer (2012), Nur ein Wimpernschlag (2013) und Cabaret de Paris (2014) und Die Elenden (2015).

Gisela Höhne arbeitet mit ihrem Ensemble weiter und wird alleinige Leiterin des Theaters.

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