Ensemble Kalibani

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Foto: Jörg Metzner

Was verbirgt sich hinter dem Wort „Kalibani?

Die Gruppe „Klaus Erforth“ hat sich einen Namen gegeben:„Gruppe KALIBANI“. Im Gefolge der Arbeit an der Aufführung „SALTO! Ein Schiff wird kommen“, erwies sich jeder einzelne Schauspieler als außerordentlich schöpferisch. Texte sind entstanden, die zu Songs verarbeitet wurden, Kompositionen sind aus den musikalischen Improvisationen entwickelt worden, ganze Szenen wurden aus einem Thema „erspielt“ usw. usw. Die Lust war so überfließend, das Neuland Grenzen überschreitend, das sich jeder Einzelne erschloss. Die Gruppe, in ihrer Qualität ist nicht wirklich zu kennen, wenn sie allein auf die Persönlichkeit des Regisseurs und Leiters festgemacht wird. Mit dem Namen „KALIBANI“ versuchen wir auszudrücken, daß es sich hier um eine Vielzahl von besonderen und starken Persönlichkeiten handelt, wie ein Sammelbecken von Eigenem und Eigentlichem, wo der Regisseur und Leiter gleichermaßen einer unter „anderen“ ist.

Szenenfoto: "Salto" "Ein Schiff wird kommen" Foto: Jörg Metzner
KALIBAN ist eine Figur aus dem STURM von Shakespeare. Das ist eine Figur, die Klaus Erforth liebt. Er war unzufrieden mit dem Zustand, dass die Gruppe dermaßen persönlich mit seinem Namen verbunden wurde. Die Shakespearefigur hat mit unserem Theater und Leben zu tun. Viele Lebensadern scheinen uns mit Kaliban zu verbinden. Diese Sicht atmet bittere Weisheit und es ist leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der wirklichen Welt. Sie ist politisch und wird mit den Mitteln der Kunst geführt. Sie ist der Gegensatz zu einer romantischen Sicht und weit von einer bürgerlichen Shakespeare-Tradition entfernt.
KALIBAN, der Ureinwohner einer Insel, der Beherrscher dieses Eilands, bedrohlich und als Teil dieser Natur bedroht, roh und lyrisch und grotesk und zerbrechlich. Einer strandet auf die Insel, PROSPERO, Philosoph und Emigrant, Ausgestoßener, er eignet sich die Insel an und unterwirft den Menschen KALIBAN. Er ist gebildeter, aber nicht klüger. KALIBAN versteht mehr vom Leben auf der Insel und er ist schlau. PROSPERO hält Namen für ihn bereit: Erde, Erdkloß, Teufel, Vieh, Schildkröte, Unhold, Ungeheuer, seltsamer Fisch, Riesenpottwal .
Was PROSPERO nicht zur Kenntnis nimmt: KALIBAN spricht in Versen, er trägt auf der Bühne ein Kostüm, er ist ein kostümierter Darsteller, er ist in jedem Augenblick mehr Mensch als das Tier im Menschen. Das ermöglicht den Blick auf die Qualität und die Ästhetik des Theaters, das von unseren Schauspielern gemacht wird. Es konzentriert sich auf den Spieler, auf seine Bildhaftigkeit und Körperlichkeit, auf die Musikalität und Sprachlebendigkeit, auf das Stammeln und der daraus zu entdeckenden Klarheit, auf seine freie Phantasie und seinen Erfindungsreichtum. Man kann sich das wie auf einer Leinwand vorstellen. Die Grundierung ist gemischt aus der Vielfalt von Lebenserfahrungen, darauf erfolgt die Zeichnung, die Farbe, die Formen und die Übermalungen aus Wahrnehmungen, aus- oder genauer - durch das gestandene Leben und dem Besonderen, das so schwer zu beschreiben ist. Und von Shakespeare besitzt KALIBAN eine volle Lebensgeschichte, wie Jan Kott, der Professor für "Theater" hinzufügt. Kerstin Janewa fügte dem KALIBAN das "i" hinzu, das klingt, Theater RambaZamba-Kalibani.
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